| M | D | M | D | F | S | S |
|---|---|---|---|---|---|---|
| « Mrz | Jun » | |||||
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
| 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
| 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
| 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |
| 28 | 29 | 30 | 31 | |||
- Autoren (2)
- Bücher (2)
- Jahrbücher (3)
- Strahlen des Lichts (9)
- 17.2.2008: "YIN und YANG" von Beatrix Liebe
- 17.2.2008: Strahlen des Lichts
- 22.11.2007: Strahlen des Lichts
- 12.8.2007: Strahlen des Lichts
- 1.6.2007: "Strahlen des Lichts"
- 4.5.2007: Leiblichkeit als Opum Magnum als Weg des Menschen
- 4.5.2007: AstroLogik
- 4.5.2007: Heile Dich selbst mit Bachblüten
- 1.3.2007: "Strahlen des Lichts"
- 1.12.2006: "Strahlen des Lichts"
Leiblichkeit als Opum Magnum als Weg des Menschen
Wenn wir uns genau beobachten, dann werden wir feststellen, dass bei geöffneten Augen ein rasches Wechseln der Sehfelder, also ein unentwegtes Orientieren im Raum erfolgt. Die Augen sind ständig in Bewegung, um die Raumkoordinaten stets neu zu bestimmen und um die Bewegungen des Körpers an die räumlichen Gegebenheiten anzupassen.
Dieser Mechanismus verläuft jedoch unbewusst und selbstständig ab. Er stellt das Ergebnis eines angelernten Prozesses dar, der sich seit Babyalter im Zuge der Entwicklung der Sinnes- und Körperwahrnehmung entwickelt hat.
Anders verhält sich die Situation mit geschlossenen Augen. Hier verlieren sich die räumlichen Bezugspunkte.
Wir gehen von Bildern aus, die vorher bei geöffneten Augen klar und deutlich erkennbar waren. Auch verändert sich die vegetative Situation: wo vorher ein nach Außen gerichtetes Handeln in der Peripherie stattfand, kehrt sich dieses nun mehr nach Innen, zum Inwendigen um.
Vorher waren wir mit den Gliedmaßen, mit den Händen und den Füßen beschäftigt und jetzt nehmen wir das Klopfen des Herzens, die Darmgeräusche wahr. Diese Umkehr ist mehr zentripetal und sie wirkt beruhigend, ja beinahe fast einschläfernd. Die zur Ruhe kommende Augenbewegung fixiert nicht mehr unentwegt, sie passt sich nun dem Dunkel an.
Dunkel und Ruhe, Licht und Bewegung. Dies erzeugt lediglich das Öffnen und das Schließen der Augen.
In dieser polaren Welt lebt der Mensch in innigster Verbundenheit mit dem Wechsel der Sonnenbewegung.
Wenn die Sonne aufgeht, so werden wir langsam wach, die Augen öffnen sich, wir neigen uns zur Körperstreckung und zur Aufrichtung.
Die Vertikale ist mit dieser Hinwendung nach Außen verknüpft. Unsere Gliedmaßen werden bewegt, wir handeln im Wachbewusstsein.
Wenn die Sonne untergeht und wir müde werden, so ist mit dem Rückzug des Lichtes das Verlangen nach der Horizontalen gegeben.
In der Horizontalen, im Liegen, schließen sich die Augen wie von selbst.
Die Horizontale verlangt im Schlaf oft nach dem Einrollen auf eine Körperseite.
Im Gegensatz zur aufrechten Haltung beim Bewegen der Arme und Beine mit geöffneten Augen, geschieht diese Einrollbewegung in der Horizontalen leichter mit geschlossenen Augen.
Wortschlüssel:
Geschlossene Augen:
Dunkel, Ruhe, Horizontale ( Liegen ), Einrollen, Zentrum, Innen, Sonne unter.
Geöffnete Augen:
Licht, Bewegung, Vertikale ( Stehen ), Strecken, Gliedmaßen, Außen, Sonne auf.
Diese zwei polaren Bewegungen, zentripetal zur Mitte und zentrifugal nach Außen, beherrschen uns Tag für Tag, Nacht für Nacht.
Wir machen uns diese Phänomene in unserem Körper zuwenig bewusst. Sie stellen Mitteilungen des „Schöpfungsbuches“ im Menschen dar. Der Mensch als Abbild des Göttlichen.
Aufgrund des mangelnden Gewahrseins des leiblichen Lebens, ist uns dieses Bewusstsein allmählich verloren gegangen. Handlungen wie Aufstehen, Gehen, Sprechen und Essen verbergen die Geheimnisse der Schöpfung.
Einen Zugang zu diesen Geheimnissen erhalten wir nur über bewusst werdende Handlungen. Dann und erst dann, wird uns das leibliche Abbild des Göttlichen offenbar werden.
Diese Reise ins Leibliche bedeutet also vielmehr, als nur das bewusste Erleben von reinen Körpervorgängen.
Das Leibliche offenbart sich uns in seiner Essenz als „Geist“: Durch die bewusste Lenkung von Aufmerksamkeit auf „leibliche Entsprechungen,“ wie zum Beispiel das Gehen, wird Geist frei, wird geistige Substanz aufgebaut - ein Auszug, ein Destillat aus der Körperwahrnehmung.
Dieser Vorgang entspricht exakt dem Rektifizieren - in der Sprache der Alchemie - von dem Basilius Valentinus sprach.
Das Unbewusste ist nichts anderes als die „Prima Materia“, jener amorph undifferenzierte Ausgangsstoff, aus dem der „Stein des Weisen“ zu gewinnen ist. Im Leiblichen ruht das Geistige im Menschen und ist mit diesem auf das Engste verknüpft.
Für unser heutiges Bewusstsein geht es nicht mehr um eine „gnostische Abspaltung“ von Geist und Materie, sondern vielmehr um die heilige Vermählung von beiden. Der bewusste Abstieg in die Materie ist ein Akt ihrer geistigen Erlösung durch den Menschen als Pontifex, als Brückenbauer.
Uns begegnen heute große Probleme in der sog. Vermittlung von geistigen Lehren. Diese Lehren werden nicht über die Wahrnehmungsebene des leiblichen Abbildes vermittelt, sondern lediglich über reflektorische und imaginative Verfahren.
Reflektieren an sich, ist ein Akt verstandesmäßiger Tätigkeit, es ist kein Ausdruck von echter Wahrnehmung und inniger Anteilnahme. Es ist gekennzeichnet durch ein Bedürfnis nach Abgrenzung. Wir kennen seine untere polare Entsprechung in der Verdauungstätigkeit, die in ähnlichen Schlingen und Windungen nachvollzogen wird: Das Gekaute wird assimiliert, das Unbrauchbare abgesondert.
Reflektieren ist stets auf das Eigenbemessene, auf die eigene Bedürftigkeit ausgerichtet. Da ist kein Platz für jenes Wunderbare, das sich uns von selber und spontan mitteilen will und vor allem unmittelbar als „Wahr“ zutiefst von uns empfunden wird.
Wir spüren diese Mitteilungen als ein Erleben, das von zwei Grundeigenschaften begleitet wird: Ein großes Staunen und ein bis aufs Mark erschüttert und bestürzt werden. Dann und erst dann, können wir von geistigen Wahrnehmungen sprechen.
Der Geist, der „flüchtiger Merkur“ ( „Cervus fugitivus“ ), wird aus dem Leiblichen entbunden.
Staunen ist ein Zustand geistiger Durchdringung. Es beflügelt uns zu der Erkenntnis unserer Lage im Schöpfungsbuch Leib.
Erschütterung ist die mit dem Freiwerden geläuterte Substanz: Materie, die zum Geist und Geist, der zur Materie wird.
Die Gefahr imaginativer Verfahren liegt in ihrer suggestiven Wirkung. Nehmen wir als Beispiel die Imagination von Licht, das aus dem Kelch einer Rose entspringt. Dieses Bild, so schön und einladend es auch wirken mag, wird von Außen über äußere Augenbewegungen nach Innen transponiert.
In der Vorstellung wird ein äußeres Bild zum inneren Erleben umfunktioniert. Die suggestive Wirkung wird körperlich erlebbar:
Wir spüren die Rose, vielleicht sehen wir auch das Licht. Durch affirmative Sätze wie „ Frieden“ , oder „Stille“ werden weitere suggestive Elemente angeregt, die nach den polaren Gesetzen des Lebens ein Gegenteiliges hervorrufen werden: Aus dieser Scheinwelt entsteht die Empfindung einer Befremdung gegenüber dem Äußerlichen, dem Alltäglichen. Das Wort Maya aus dem Indischen präzisiert sehr treffend diese vom Diesseits losgelöste Empfindung. Die Welt als Illusion, als Nicht-Wirklichkeit. Das ist nicht der Weg zur Einung. Das ist Traum.
Am Anfang stellten wir das Äußere und das Innere als polare Gebilde dar. Äußere Augenbewegungen mit geschlossenen Augen bewirken einen Tätigkeitszustand in Ruhe. Dies lässt sich beim Träumenden wahrnehmen. Und exakt dasselbe stellt sich bei imaginativen und visualisierenden Techniken dar.
Wir empfinden klar den Unterschied zwischen Wach- und Traumebene. Dieser Unterschied wird aber durch diese Verfahren aufgehoben.
Bei der leiblichen Geistdurchdringung und Geistlösung muss die Wach- und die Traumebene gesondert werden. Es geht hier um ein äußerst waches Gewahrsein, das zunächst mal nicht assoziativ und nicht suggestiv und absolut nicht reflektierend zum Ausdruck kommt. Nicht ich arbeite mit Symbolen, sondern umgekehrt, das Symbol
(im griechischen Sym-ballein: zusammenführen, verbinden) stellt sich spontan und flüchtig, aber kaum merklich ein.
Staune ich, bewegt es mich? Führt es mich irgendwohin? Mit was werde ich in meiner Empfindung zusammen geführt Was steigt in mir auf ?
Hier muss ich als sinnlich Wahrnehmender eine aktive Haltung einnehmen. Nicht träumen.
In der aktiven Wachsamkeit ist das zur Ruhe kommen der Augenbewegung unerlässlich. Um die innere Wachsamkeit zu erhalten, ist es wichtig, ab und zu die Augen zu öffnen, da sich mit geschlossenen Augen Müdigkeit leicht einstellen kann. Geöffnete, nicht fixierende Augen, regen die Leibeswahrnehmung an.
Unter Wachsamkeit verstehe ich nicht unbedingt ein stilles Sitzen und Ruhen, sondern ein leises Horchen von dem, was sich im Innern abspielt.
Im Laufe der Zeit und durch Übung können wir auf das alltägliche Tun diese Ebene der Wahrnehmung übertragen. Dann werden wir zu wahrhaft Sehenden und Hörenden.
Substanz-Aufbau ist ein spürbar anwachsender „ geistiger Stoff “, der aus dem „Wahrnehmungsdestillat “ gewonnen wird. Wir können dann
von einem alchemistischen Prozess sprechen, der Geist zum Stoff und Stoff zum Geist werden lässt.
Es ist für viele Menschen befremdend, dass in uns, im Leiblichen, die Quelle geistiger Erlösung vorhanden sein soll. Durch die jahrhundertlange Trennung von Geist und Materie ist es in uns selbst zu einer inneren Spaltung gekommen.
Der gnostische Ansatz, im Leiblichen die Quelle satanischen Übels zu erkennen, sonderte im Inneren die leibliche Wahrnehmung als Weg zum göttlichen Ursprung vollends ab.
Leiblichkeit ist kein Synonym für die Form von Körperlichkeit, wie sie heutzutage in den Medien und im Showbusiness exzessiv vorgelebt wird. Diese Körperlichkeit stellt lediglich eine polare Antwort dar auf eine jahrtausendlange rigide und patriarchalisch orientierte Unterdrückung von Körperlichkeit und die mit ihr verbundenen Funktionen im unteren Beckenbereich. Die Sexualität ist die uns Bekannteste, die uns aber am wenigsten Bewusste ist
die Ausscheidungsfunktion. Diese gilt immer noch als Unrein in vielen Religionen und wird vollkommen tabuisiert.
Als Körpertherapeut wurde mir im Laufe meiner siebzehn jährigen Praxistätigkeit mit leidenden Menschen, diese Tabuzone im menschlichen Körper in der Darmfunktion ersichtlich. „Im Darm ist der Tod“ ist ein bekannter überlieferter medizinischer Ausspruch. Die Zunahme von Dickdarmkrebs ist ein wichtiges Indiz auf eine Entwicklung, die nicht nur dem materiellen Aspekt - also der Nahrungsqualität und der gestörten Darmfunktion- obliegt, sondern vor allem ihre tiefen Wurzel in der desolaten, im Menschen abgesonderten Leibesempfindung hat.
Wortschlüssel:
Darm, Tod, Unterdrückung des Leiblichen.
Im „Opus Magnum “, im großen Werk der Alchemie wird dieser Zustand als „ Nigredo “, als „Schwärze“ bezeichnet. Mit ihm ist der Geisteszustand der Melancholie, der schwarzen Galle verbunden.
Damit ist Depression und das Empfinden von tiefer Dunkelheit gemeint. Der Mensch fühlt sich bleiern.
Dort, wo Bewegung gestaut ist, baut sich ein Bezirk von abgekapselter Materie auf, die nicht im Zusammenhang mit dem organischen Fließsystem von Auf- und Abbau der Körpersäfte steht. Das ist wahrhaft Geist im Exil und Materie ohne Geist. Diese Spaltung macht sich im abgesonderten Darmbereich bemerkbar. Hier staut sich Körperlymphe, hier haust Verwesung und Tod.
Wir, als Menschen, erleben diese Verbannung, diese Absonderung in Form von mannigfaltigen Erkrankungen, seien sie körperlicher oder geistiger Natur.
Im Moment überwältigt uns diese Schwärze und die mit ihr verbundenen Verwesung ( „ Putrefactio “ ). Es gilt daher notwendige Umpolungen in sozialer, kultureller und religiöser Sicht zu wagen.
Mit der Hinwendung zur Leiblichkeit haben wir Zugang zum Abbild unseres göttlichen Ebenbildes.
Dieser Weg ist anders als die bisherigen Versuche. Er stellt die Weichen für die Eröffnung neuer Erfahrungswerte, die zum Überleben unserer Spezies auf dieser Erde notwendig werden.
Viele Wege von naturwissenschaftlicher und auch religiöser Seite, erweisen sich heute als nicht mehr zeitgemäß. Sie sind nicht mehr geeignet für den heutigen Menschen mit seinen speziellen Problemen, Nöten und Fragen.
Nur durch die Verknüpfung des Menschenbildes mit dem Kosmos und der Durchdringung von Leiblichkeit mit dem göttlichen, inwendigen Abbild, kann eine Erlösung für unsere Situation erreicht werden. Dann wird der Mensch mit der Blume und dem Mond verbunden sein, und der Weg der Sonne wird wieder im Leiblichen erlebbar. Dann wird das Du als Ich und das Ich als Du erlebt, und Verantwortung im Dienen und Füreinandersein wieder natürlich wachsen. Dann werden wir zu dem Abbild, wie uns Gott ursprünglich erschaffen hat. Aus Lehm, aus Erde.
Zum Verfassser:
Victor Manuel Robert, Jahrgang 1959, ist von Beruf Heilpraktiker. Er ist Gründer von Quaternio®-Heilweg.
Die vom Verfasser speziell entwickelte Atem - und Bewegungslehre wirkt in zweifacher Form auf den Menschen: sie leitet Toxine, Körpergifte aus und ermöglicht zugleich ein Aufweichen von tiefen, konditionierten Verhaltensmustern, die im Unbewussten vorhanden sind.
Diese Schau des Menschen knüpft an die hermetisch überlieferte Tradition an, weitet sie jedoch aus, um auf die zeitgenössischen Nöte des Menschen besser eingehen zu können.
Es werden Vorträge und Seminare für Interessierte angeboten.
Kontaktaufnahme über Redaktion RCF Rosenkreuzer Freundeskreis info@rosenkreuzer.org.
Antwort schreiben
Sie müssen als angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.