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“YIN und YANG” von Beatrix Liebe

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Diese beiden Begriffe sind vor allen Dingen in der ca. 600 v.Chr. entstandenen chinesischen Philosophie des Tao Te King von Bedeutung. (Tao bedeutet „der Weg“, in einer klassischen Übertragung von Richard Wilhelm mit „der Sinn“ übersetzt – dieser bleibt trotz aller äußeren und inneren Veränderungen das beständige Element in unserem Leben.) Sie sind allerdings schon sehr viel älter und haben über die Jahrtausende immer mehr Bedeutungen gewonnen. Um dieser Vielfalt einen Rahmen zu geben, kann man bei Yang vom Prinzip Himmel sprechen (das nicht Greifbare, Energetische und Aktive), bei Yin vom Prinzip Erde (das Greifbare, Materielle und Passive). Der Übergang zwischen beiden ist fließend und unsere Aufgabe nach der Lehre des Tao ist, zwischen diesen beiden Kräften Harmonie herzustellen.

Das Eindringen der östlichen Elemente in die Tradition der westlichen Astrologie stellt keine Ausnahme dar, denn ebenso selbstverständlich sieht man sich mit dem Begriff Karma konfrontiert, einem Sanskrit-Wort, das ursprünglich für Wirken und Tat steht. In der aktuellen Astrologie steht es für den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, die über mehrere Lebenskreisläufe zum Stand des derzeitigen Horoskops geführt haben. Wir können eine statistische Aussage zu den Yin- und Yangkräften in einem Horoskop treffen, die sich aus der Gliederung der Tierkreiszeichen in aktivmännliche und passiv-weibliche ergibt.

Alle Feuer- und Luftzeichen sind aktiv-männlich und die Erd- und Wasserzeichen sind passiv-weiblich, so dass sich im Kreis ein ständiger Wechsel ergibt. Die Bewegungsrichtung verläuft wie immer gegen den Uhrzeigersinn und startet beim Ascendenten.

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Yang

Das Yang in unserem Horoskop drückt sich also über die Elemente Feuer und Luft aus, so dass wir es in Widder, Löwe und Schütze, Zwillinge, Waage und Wassermann vorherrschend finden. Ihnen gemeinsam ist die Bereitschaft zur offenen Betrachtung und bewussten Thematisierung der anstehenden Aufgaben. Sie alle wollen auf ihre Art „beleuchten“, was es zulösen gilt, und sich aktiv für das offensichtlich präsente Problem einsetzen. Entsprechend der Qualitäten der Zeichen unterscheiden sich jedoch Intensität und Ausdauer, mit denen sie solche Herausforderungen angehen. Das Feuer sucht auf einem direkten und linearen Weg zum Ziel zu kommen. Es setzt die Wärme seiner emotionalen Anteilnahme ein, um eine schnelle und gute Lösung zu finden. Die Luft forscht kreativ nach neuen Wegen. Sie strahlt ihren Charme und ihre Energien in die Runde, um zu sehen, welche Resonanzen sie damit auslösen kann. Beide wollen nach oben, neue Höhen des menschlichen Ausdrucks erklimmen und zur Welt des Lichts aufsteigen. Ihr Expansionsdrang scheint grenzenlos und findet nur bei Löwe und Waage die Grenzen der von diesen Zeichen bevorzugten Wirkungskreise, der Familie im weitesten Sinn oder der Partnerschaft in all ihren Variationen.

Yin

Die Yin-Kräfte finden wir bei den Zeichen der Elemente Erde Wasser, also Stier, Jungfrau und Steinbock, Krebs, Skorpion und Fische. Diese Elemente bilden für uns das greifbare rezeptive Umfeld unseres materiellen Ausdrucks und führen uns in seine Tiefen. Für diese Zeichen geht es darum, in die Nacht unserer langen Vergangenheit hinabzutauchen, um auf all die verborgenen Fähigkeiten wieder zuzugreifen, die wir in den Schatten unserer Erinnerung zurücklassen mussten. Jeder Ausdruck der kalten Erde oder Materie ist darauf angewiesen, die Energie des Lichts aufzunehmen, um zum Leben zu erwachen. Die Samen haben den Keim ihrer Lebenskraft bewahrt und öffnen sich zur vorbestimmten Zeit in der Dunkelheit des Erdreichs, um mit aller Kraft ans Licht vorzudringen. Das Wasser sucht sich seinen oft gewundenen Weg zwischen härtestem Gestein, um schließlich sein Ziel zu erlangen und sich in die weiten der Ozeane zu ergießen. Diese bewegen sich im zyklischen Rhythmus des Mondes und nehmen in ihren Tiefen die Erfahrungen jedes einzelnen Wassertropfens in sich auf. Abgesunken in die Stille der Natur, in den Rhythmen ihrer unendlich sich wiederholenden Kreisläufe, warten beide Elemente geduldig und ausdauernd, um Licht und Feuer in sich aufzunehmen, damit neues Leben auf dieser Erde entstehen kann.

Rhythmen im Horoskop

Die nachbarschaftlichen Zeichen ergänzen sich in der Zeichenfolge des Tierkreises zur Einheit des vollkommenen Kreises aus Yin und Yang, der Einheit in Gott. Unsere Herausforderung auf Erden besteht darin, das Gleichgewicht zwischen männlich und weiblich herzustellen – in uns, in unseren Beziehungen und in unseren Handlungen. Die Verteilung von Yin und Yang zeigt, wie weit das gelungen ist oder welche Ebene wir bevorzugen. Als Hintergrundinformation ist diese Aussage auch bei der Deutung der einzelnen Planeten im Horoskop wertvoll.

Spannungen und Herausforderungen

In der Abbildung wird deutlich, dass wir mit den nebeneinander liegenden Paaren der schwierigen Aufgabe begegnen, die Brücke zwischen den auf der materiellen Ebene nicht verträglichen Elementen (zum Beispiel Widder, Feuer und Stier, Erde) zu schlagen. Außerdem erkennen wir in der Grafik gut, worauf sich die starke Anziehung der Oppositionszeichen gründet: Bei thematischer Gegensätzlichkeit bleiben sie auf einer Ebene und begegnen sich als zwei Yin- oder zwei Yang- Kräfte. Alle Gegensätzlichkeiten scheinen also dafür geschaffen, uns die Vollkommenheit des Kreises zu lehren und irgendwann schließlich seine Harmonie zu erreichen.

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Leiblichkeit als Opum Magnum als Weg des Menschen

Wenn wir uns genau beobachten, dann werden wir feststellen, dass bei geöffneten Augen ein rasches Wechseln der Sehfelder, also ein unentwegtes Orientieren im Raum erfolgt. Die Augen sind ständig in Bewegung, um die Raumkoordinaten stets neu zu bestimmen und um die Bewegungen des Körpers an die räumlichen Gegebenheiten anzupassen.
Dieser Mechanismus verläuft jedoch unbewusst und selbstständig ab. Er stellt das Ergebnis eines angelernten Prozesses dar, der sich seit Babyalter im Zuge der Entwicklung der Sinnes- und Körperwahrnehmung entwickelt hat.
Anders verhält sich die Situation mit geschlossenen Augen. Hier verlieren sich die räumlichen Bezugspunkte.
Wir gehen von Bildern aus, die vorher bei geöffneten Augen klar und deutlich erkennbar waren. Auch verändert sich die vegetative Situation: wo vorher ein nach Außen gerichtetes Handeln in der Peripherie stattfand, kehrt sich dieses nun mehr nach Innen, zum Inwendigen um.
Vorher waren wir mit den Gliedmaßen, mit den Händen und den Füßen beschäftigt und jetzt nehmen wir das Klopfen des Herzens, die Darmgeräusche wahr. Diese Umkehr ist mehr zentripetal und sie wirkt beruhigend, ja beinahe fast einschläfernd. Die zur Ruhe kommende Augenbewegung fixiert nicht mehr unentwegt, sie passt sich nun dem Dunkel an.
Dunkel und Ruhe, Licht und Bewegung. Dies erzeugt lediglich das Öffnen und das Schließen der Augen.
In dieser polaren Welt lebt der Mensch in innigster Verbundenheit mit dem Wechsel der Sonnenbewegung.
Wenn die Sonne aufgeht, so werden wir langsam wach, die Augen öffnen sich, wir neigen uns zur Körperstreckung und zur Aufrichtung.
Die Vertikale ist mit dieser Hinwendung nach Außen verknüpft. Unsere Gliedmaßen werden bewegt, wir handeln im Wachbewusstsein.
Wenn die Sonne untergeht und wir müde werden, so ist mit dem Rückzug des Lichtes das Verlangen nach der Horizontalen gegeben.
In der Horizontalen, im Liegen, schließen sich die Augen wie von selbst.
Die Horizontale verlangt im Schlaf oft nach dem Einrollen auf eine Körperseite.
Im Gegensatz zur aufrechten Haltung beim Bewegen der Arme und Beine mit geöffneten Augen, geschieht diese Einrollbewegung in der Horizontalen leichter mit geschlossenen Augen.

Wortschlüssel:
Geschlossene Augen:
Dunkel, Ruhe, Horizontale ( Liegen ), Einrollen, Zentrum, Innen, Sonne unter.
Geöffnete Augen:
Licht, Bewegung, Vertikale ( Stehen ), Strecken, Gliedmaßen, Außen, Sonne auf.

Diese zwei polaren Bewegungen, zentripetal zur Mitte und zentrifugal nach Außen, beherrschen uns Tag für Tag, Nacht für Nacht.

Wir machen uns diese Phänomene in unserem Körper zuwenig bewusst. Sie stellen Mitteilungen des „Schöpfungsbuches“ im Menschen dar. Der Mensch als Abbild des Göttlichen.
Aufgrund des mangelnden Gewahrseins des leiblichen Lebens, ist uns dieses Bewusstsein allmählich verloren gegangen. Handlungen wie Aufstehen, Gehen, Sprechen und Essen verbergen die Geheimnisse der Schöpfung.
Einen Zugang zu diesen Geheimnissen erhalten wir nur über bewusst werdende Handlungen. Dann und erst dann, wird uns das leibliche Abbild des Göttlichen offenbar werden.
Diese Reise ins Leibliche bedeutet also vielmehr, als nur das bewusste Erleben von reinen Körpervorgängen.
Das Leibliche offenbart sich uns in seiner Essenz als „Geist“: Durch die bewusste Lenkung von Aufmerksamkeit auf „leibliche Entsprechungen,“ wie zum Beispiel das Gehen, wird Geist frei, wird geistige Substanz aufgebaut - ein Auszug, ein Destillat aus der Körperwahrnehmung.
Dieser Vorgang entspricht exakt dem Rektifizieren - in der Sprache der Alchemie - von dem Basilius Valentinus sprach.
Das Unbewusste ist nichts anderes als die „Prima Materia“, jener amorph undifferenzierte Ausgangsstoff, aus dem der „Stein des Weisen“ zu gewinnen ist. Im Leiblichen ruht das Geistige im Menschen und ist mit diesem auf das Engste verknüpft.
Für unser heutiges Bewusstsein geht es nicht mehr um eine „gnostische Abspaltung“ von Geist und Materie, sondern vielmehr um die heilige Vermählung von beiden. Der bewusste Abstieg in die Materie ist ein Akt ihrer geistigen Erlösung durch den Menschen als Pontifex, als Brückenbauer.

Uns begegnen heute große Probleme in der sog. Vermittlung von geistigen Lehren. Diese Lehren werden nicht über die Wahrnehmungsebene des leiblichen Abbildes vermittelt, sondern lediglich über reflektorische und imaginative Verfahren.
Reflektieren an sich, ist ein Akt verstandesmäßiger Tätigkeit, es ist kein Ausdruck von echter Wahrnehmung und inniger Anteilnahme. Es ist gekennzeichnet durch ein Bedürfnis nach Abgrenzung. Wir kennen seine untere polare Entsprechung in der Verdauungstätigkeit, die in ähnlichen Schlingen und Windungen nachvollzogen wird: Das Gekaute wird assimiliert, das Unbrauchbare abgesondert.
Reflektieren ist stets auf das Eigenbemessene, auf die eigene Bedürftigkeit ausgerichtet. Da ist kein Platz für jenes Wunderbare, das sich uns von selber und spontan mitteilen will und vor allem unmittelbar als „Wahr“ zutiefst von uns empfunden wird.
Wir spüren diese Mitteilungen als ein Erleben, das von zwei Grundeigenschaften begleitet wird: Ein großes Staunen und ein bis aufs Mark erschüttert und bestürzt werden. Dann und erst dann, können wir von geistigen Wahrnehmungen sprechen.
Der Geist, der „flüchtiger Merkur“ ( „Cervus fugitivus“ ), wird aus dem Leiblichen entbunden.
Staunen ist ein Zustand geistiger Durchdringung. Es beflügelt uns zu der Erkenntnis unserer Lage im Schöpfungsbuch Leib.
Erschütterung ist die mit dem Freiwerden geläuterte Substanz: Materie, die zum Geist und Geist, der zur Materie wird.
Die Gefahr imaginativer Verfahren liegt in ihrer suggestiven Wirkung. Nehmen wir als Beispiel die Imagination von Licht, das aus dem Kelch einer Rose entspringt. Dieses Bild, so schön und einladend es auch wirken mag, wird von Außen über äußere Augenbewegungen nach Innen transponiert.
In der Vorstellung wird ein äußeres Bild zum inneren Erleben umfunktioniert. Die suggestive Wirkung wird körperlich erlebbar:
Wir spüren die Rose, vielleicht sehen wir auch das Licht. Durch affirmative Sätze wie „ Frieden“ , oder „Stille“ werden weitere suggestive Elemente angeregt, die nach den polaren Gesetzen des Lebens ein Gegenteiliges hervorrufen werden: Aus dieser Scheinwelt entsteht die Empfindung einer Befremdung gegenüber dem Äußerlichen, dem Alltäglichen. Das Wort Maya aus dem Indischen präzisiert sehr treffend diese vom Diesseits losgelöste Empfindung. Die Welt als Illusion, als Nicht-Wirklichkeit. Das ist nicht der Weg zur Einung. Das ist Traum.

Am Anfang stellten wir das Äußere und das Innere als polare Gebilde dar. Äußere Augenbewegungen mit geschlossenen Augen bewirken einen Tätigkeitszustand in Ruhe. Dies lässt sich beim Träumenden wahrnehmen. Und exakt dasselbe stellt sich bei imaginativen und visualisierenden Techniken dar.
Wir empfinden klar den Unterschied zwischen Wach- und Traumebene. Dieser Unterschied wird aber durch diese Verfahren aufgehoben.
Bei der leiblichen Geistdurchdringung und Geistlösung muss die Wach- und die Traumebene gesondert werden. Es geht hier um ein äußerst waches Gewahrsein, das zunächst mal nicht assoziativ und nicht suggestiv und absolut nicht reflektierend zum Ausdruck kommt. Nicht ich arbeite mit Symbolen, sondern umgekehrt, das Symbol
(im griechischen Sym-ballein: zusammenführen, verbinden) stellt sich spontan und flüchtig, aber kaum merklich ein.
Staune ich, bewegt es mich? Führt es mich irgendwohin? Mit was werde ich in meiner Empfindung zusammen geführt Was steigt in mir auf ?
Hier muss ich als sinnlich Wahrnehmender eine aktive Haltung einnehmen. Nicht träumen.

In der aktiven Wachsamkeit ist das zur Ruhe kommen der Augenbewegung unerlässlich. Um die innere Wachsamkeit zu erhalten, ist es wichtig, ab und zu die Augen zu öffnen, da sich mit geschlossenen Augen Müdigkeit leicht einstellen kann. Geöffnete, nicht fixierende Augen, regen die Leibeswahrnehmung an.
Unter Wachsamkeit verstehe ich nicht unbedingt ein stilles Sitzen und Ruhen, sondern ein leises Horchen von dem, was sich im Innern abspielt.
Im Laufe der Zeit und durch Übung können wir auf das alltägliche Tun diese Ebene der Wahrnehmung übertragen. Dann werden wir zu wahrhaft Sehenden und Hörenden.

Substanz-Aufbau ist ein spürbar anwachsender „ geistiger Stoff “, der aus dem „Wahrnehmungsdestillat “ gewonnen wird. Wir können dann
von einem alchemistischen Prozess sprechen, der Geist zum Stoff und Stoff zum Geist werden lässt.
Es ist für viele Menschen befremdend, dass in uns, im Leiblichen, die Quelle geistiger Erlösung vorhanden sein soll. Durch die jahrhundertlange Trennung von Geist und Materie ist es in uns selbst zu einer inneren Spaltung gekommen.
Der gnostische Ansatz, im Leiblichen die Quelle satanischen Übels zu erkennen, sonderte im Inneren die leibliche Wahrnehmung als Weg zum göttlichen Ursprung vollends ab.
Leiblichkeit ist kein Synonym für die Form von Körperlichkeit, wie sie heutzutage in den Medien und im Showbusiness exzessiv vorgelebt wird. Diese Körperlichkeit stellt lediglich eine polare Antwort dar auf eine jahrtausendlange rigide und patriarchalisch orientierte Unterdrückung von Körperlichkeit und die mit ihr verbundenen Funktionen im unteren Beckenbereich. Die Sexualität ist die uns Bekannteste, die uns aber am wenigsten Bewusste ist
die Ausscheidungsfunktion. Diese gilt immer noch als Unrein in vielen Religionen und wird vollkommen tabuisiert.
Als Körpertherapeut wurde mir im Laufe meiner siebzehn jährigen Praxistätigkeit mit leidenden Menschen, diese Tabuzone im menschlichen Körper in der Darmfunktion ersichtlich. „Im Darm ist der Tod“ ist ein bekannter überlieferter medizinischer Ausspruch. Die Zunahme von Dickdarmkrebs ist ein wichtiges Indiz auf eine Entwicklung, die nicht nur dem materiellen Aspekt - also der Nahrungsqualität und der gestörten Darmfunktion- obliegt, sondern vor allem ihre tiefen Wurzel in der desolaten, im Menschen abgesonderten Leibesempfindung hat.

Wortschlüssel:
Darm, Tod, Unterdrückung des Leiblichen.

Im „Opus Magnum “, im großen Werk der Alchemie wird dieser Zustand als „ Nigredo “, als „Schwärze“ bezeichnet. Mit ihm ist der Geisteszustand der Melancholie, der schwarzen Galle verbunden.
Damit ist Depression und das Empfinden von tiefer Dunkelheit gemeint. Der Mensch fühlt sich bleiern.
Dort, wo Bewegung gestaut ist, baut sich ein Bezirk von abgekapselter Materie auf, die nicht im Zusammenhang mit dem organischen Fließsystem von Auf- und Abbau der Körpersäfte steht. Das ist wahrhaft Geist im Exil und Materie ohne Geist. Diese Spaltung macht sich im abgesonderten Darmbereich bemerkbar. Hier staut sich Körperlymphe, hier haust Verwesung und Tod.
Wir, als Menschen, erleben diese Verbannung, diese Absonderung in Form von mannigfaltigen Erkrankungen, seien sie körperlicher oder geistiger Natur.
Im Moment überwältigt uns diese Schwärze und die mit ihr verbundenen Verwesung ( „ Putrefactio “ ). Es gilt daher notwendige Umpolungen in sozialer, kultureller und religiöser Sicht zu wagen.
Mit der Hinwendung zur Leiblichkeit haben wir Zugang zum Abbild unseres göttlichen Ebenbildes.

Dieser Weg ist anders als die bisherigen Versuche. Er stellt die Weichen für die Eröffnung neuer Erfahrungswerte, die zum Überleben unserer Spezies auf dieser Erde notwendig werden.
Viele Wege von naturwissenschaftlicher und auch religiöser Seite, erweisen sich heute als nicht mehr zeitgemäß. Sie sind nicht mehr geeignet für den heutigen Menschen mit seinen speziellen Problemen, Nöten und Fragen.
Nur durch die Verknüpfung des Menschenbildes mit dem Kosmos und der Durchdringung von Leiblichkeit mit dem göttlichen, inwendigen Abbild, kann eine Erlösung für unsere Situation erreicht werden. Dann wird der Mensch mit der Blume und dem Mond verbunden sein, und der Weg der Sonne wird wieder im Leiblichen erlebbar. Dann wird das Du als Ich und das Ich als Du erlebt, und Verantwortung im Dienen und Füreinandersein wieder natürlich wachsen. Dann werden wir zu dem Abbild, wie uns Gott ursprünglich erschaffen hat. Aus Lehm, aus Erde.

Zum Verfassser:
Victor Manuel Robert, Jahrgang 1959, ist von Beruf Heilpraktiker. Er ist Gründer von Quaternio®-Heilweg.
Die vom Verfasser speziell entwickelte Atem - und Bewegungslehre wirkt in zweifacher Form auf den Menschen: sie leitet Toxine, Körpergifte aus und ermöglicht zugleich ein Aufweichen von tiefen, konditionierten Verhaltensmustern, die im Unbewussten vorhanden sind.
Diese Schau des Menschen knüpft an die hermetisch überlieferte Tradition an, weitet sie jedoch aus, um auf die zeitgenössischen Nöte des Menschen besser eingehen zu können.
Es werden Vorträge und Seminare für Interessierte angeboten.

Kontaktaufnahme über Redaktion RCF Rosenkreuzer Freundeskreis info@rosenkreuzer.org.

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